WhatsApp

Jungfraujoch und Höhenkrankheit: Symptome, Kinder, Senioren und was hilft

Ramon Stüdeli
Von , wohnt in Grindelwald und Luzern

Kurzantwort: Der Bahnhof Jungfraujoch liegt auf 3454 m, die Sphinx-Terrasse auf 3571 m. Laut Universitätsspital Zürich können ab rund 2500 m Symptome der Höhenkrankheit auftreten, typisch sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Viele Gäste spüren oben vor allem, dass sie beim Gehen schneller ausser Atem sind. Gehe langsam, trinke genug, verzichte auf Alkohol und fahre hinunter, wenn es dir schlechter geht. Wer eine Herz-, Lungen- oder andere Vorerkrankung hat, schwanger ist oder mit einem Baby reist, lässt den Ausflug vorher ärztlich abklären. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung.

Das Wichtigste in Kürze

Wie hoch liegen Jungfraujoch und die anderen Ausflugsziele?

OrtHöheÜber 2500 m?
Grindelwald Dorf1034 mnein
Kleine Scheidegg2061 mnein
Grindelwald-First2166 mnein
Männlichen2229 mnein
Eigergletscher (Umsteigen in die Jungfraubahn)2320 mnein
Schilthorn2970 mja
Titlis3020 mja
Station Eismeer (Halt der Jungfraubahn)rund 3160 mja
Bahnhof Jungfraujoch3454 mja
Sphinx-Terrasse3571 mja

Quellen: jungfrau.ch, interlaken.swiss, schilthorn.ch, titlis.ch. Die Grenze von 2500 m nennen NHS und Universitätsspital Zürich.

Was in der Höhe passiert

Je höher du fährst, desto weniger Sauerstoff bekommt dein Körper pro Atemzug. Auf das Jungfraujoch fährst du ab Grindelwald Terminal in rund 45 Minuten über 2400 Höhenmeter. Laut Universitätsspital Zürich ist ein schneller Aufstieg ein Risikofaktor, dasselbe schreibt das NHS.

AnzeichenWas es sein kannWas du tust
Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit, keine Lust auf Essenleichte Höhenkrankheit (NHS)Begleitung informieren, Pause machen, nicht höher gehen, bei Verschlechterung hinunterfahren
Atemnot schon in Ruhe, Husten mit schaumigem oder blutigem Auswurf, blaue Lippenernsthafte Höhenkrankheit, Warnzeichen laut NHSsofort Hilfe holen und hinunterfahren, Sanität 144
Verwirrtheit, unsicherer Gang, starke Schläfrigkeiternsthafte Höhenkrankheit, Warnzeichen laut NHSsofort Hilfe holen und hinunterfahren, Sanität 144

Quellen: NHS (Altitude sickness, zuletzt überarbeitet am 31.07.2023), CDC Yellow Book 2026. Laut CDC bessert sich die akute Bergkrankheit rasch, wenn man 300 m oder mehr absteigt.

Wer vorher zum Arzt sollte

Lass den Ausflug vorher ärztlich abklären, wenn einer dieser Punkte auf dich zutrifft:

Medikamente zur Vorbeugung gibt es nur nach ärztlicher Beratung. Laut Reisemedizin der Universität Zürich können sie Nebenwirkungen haben.

Kinder und Babys auf dem Jungfraujoch

Für Babys und Kleinkinder sprichst du vorher mit deiner Kinderarztpraxis. Mehr zu Familien in Grindelwald mit Kindern.

Senioren und Reisende mit eingeschränkter Mobilität

Was hilft

  1. Langsam gehen. Die Jungfraubahnen schreiben: Die Höhe macht einen Unterschied.
  2. Genug trinken. Das empfehlen die Jungfraubahnen und das NHS.
  3. Kein Alkohol. Das NHS rät, unterwegs in die Höhe keinen Alkohol zu trinken, das CDC rät in den ersten 48 Stunden davon ab.
  4. Tief schlafen. Grindelwald liegt auf 1034 m. Wer im Tal übernachtet und tagsüber hinauffährt, schläft unter der Grenze von 2500 m.
  5. Nicht noch höher bei Symptomen. Die Sphinx-Terrasse liegt 117 m über dem Bahnhof. Wer sich schlecht fühlt, lässt sie aus und fährt hinunter.
  6. Ausgeruht hinauffahren. Unser Tipp: Plane das Jungfraujoch nicht am Ankunftstag nach einem Langstreckenflug.
  7. Warm anziehen. Laut Jungfraubahnen brauchst du auch im Sommer warme Kleidung. Was genau, steht auf Was anziehen in Grindelwald und auf dem Jungfraujoch.

Alternativen unter 2500 m

Wer unsicher ist, findet unter 2500 m viel Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau:

Welcher Gipfel zu dir passt, vergleichen wir auf Jungfraujoch, Schilthorn, Titlis, Pilatus oder First. Wer lieber in kleinem Tempo mit persönlicher Begleitung unterwegs ist, findet mit der Private Alps Experience eine private Halbtagestour (demnächst verfügbar).

Weiterlesen

Häufige Fragen

Kann man auf dem Jungfraujoch höhenkrank werden?

Ja. Das Jungfraujoch liegt auf 3454 m, laut NHS und Universitätsspital Zürich kann die Höhenkrankheit ab rund 2500 m auftreten. Viele Gäste spüren vor allem Atemnot beim Gehen. Bei Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel machst du eine Pause, gehst nicht höher und fährst hinunter, wenn es schlechter wird.

Ab welcher Höhe beginnt die Höhenkrankheit?

Laut NHS und Universitätsspital Zürich ab rund 2500 m. Das CDC nennt Übernachtungen ab 2450 m, manchmal auch tiefer.

Ist das Jungfraujoch für Babys und Kleinkinder geeignet?

Das klärst du vorher mit deiner Kinderarztpraxis. Laut Kriemler sind Tagesausflüge möglich, Übernachten in dieser Höhe soll man mit Kindern vermeiden, vor allem im ersten Lebensjahr. Verhält sich ein Kind über 2500 m nicht normal, fährst du sofort hinunter.

Kann ich mit Herzproblemen oder hohem Blutdruck aufs Jungfraujoch?

Das klärst du vorher ärztlich ab. Laut CDC brauchen verschiedene Herzkrankheiten Vorsicht, ein Herzinfarkt in den letzten 90 Tagen spricht dagegen. Das Universitätsspital Zürich rät bei nicht stabilen Herz- und Kreislaufkrankheiten zur Vorsicht.

Was tun bei Kopfschmerzen auf dem Jungfraujoch?

Sag deiner Begleitung Bescheid, setz dich hin, trink etwas und geh nicht auf die höhere Sphinx-Terrasse. Wird es nicht besser, fährst du hinunter. Laut CDC bessert sich die akute Bergkrankheit rasch beim Abstieg um 300 m oder mehr.

Hilft Fitness gegen die Höhenkrankheit?

Nein. Laut CDC und der Reisemedizin der Universität Zürich hängt das Risiko nicht von der Fitness ab.

Kann man in Grindelwald höhenkrank werden?

Grindelwald liegt auf 1034 m und damit weit unter der Grenze von rund 2500 m, die NHS und Universitätsspital Zürich nennen.

Darf ich schwanger aufs Jungfraujoch?

Das klärst du vorher ärztlich. Laut CDC sollen vor einer Reise in die Höhe eine gute Gesundheit und eine risikoarme Schwangerschaft bestätigt sein.

Fragen? Wir helfen per WhatsApp

Unverbindlich. Wir melden uns per E-Mail oder WhatsApp und empfehlen dir einen passenden lokalen Anbieter.

Per WhatsApp anfragen

Orte

Über den Autor

ist Inhaber von Grindelwald Experiences. Er wohnt in Grindelwald und Luzern, bringt vielfältige Erfahrung aus dem Tourismus und aus anderen Branchen mit und hat über 60 Länder bereist. Er ist kein Arzt. Die medizinischen Angaben auf dieser Seite stammen aus den genannten Quellen.

Quellen